PKV – Informationen für Freiberufler und Selbstständige

Leider begehen immer noch viele Freiberufler am Anfang ihrer Selbstständigkeit den schwerwiegenden Fehler, aus Kostengründen auf eine private Krankenversicherung zu verzichten.
Dieser Fehler kann schwere Folgen haben, sowohl gesundheitlicher als auch finanzieller Natur. Nur ein umfassender Krankenversicherungsschutz bietet dem Freiberufler die nötige Sicherheit, die er im Falle einer Erkrankung so dringend benötigt.

Krankenversicherungspflicht für Freiberufler

Im Zuge der Gesundheitsreform besteht auch für Selbstständige und Freiberufler ab dem 01.09.2009 eine Krankenversicherungspflicht. Je mehr Zeit man sich bei der Suche nach einer privaten Krankenversicherung lässt, desto schwieriger wird es eine zu finden die einen aufnimmt.

In diesem Fall bleibt nur noch die Rückkehr zur alten gesetzlichen Krankenversicherung und dieses wird für den nicht versicherten Freiberufler richtig teuer. In diesem Fall werden nämlich sehr hohe Beitragsrückzahlungen an die gesetzliche Krankenversicherung fällig. Es ist aber nicht die nur die gültige Krankenversicherungspflicht, die den Freiberufler zur Wahl einer privaten Krankenversicherung bewegen sollte, es ist die rationelle Vernunft eines Menschen.

Besonders als Selbstständiger sollte man sehr auf einen umfassenden Krankenversicherungsschutz achten, denn die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des eigenen Körpers ist in diesem Fall besonders wichtig.

Der Vergleich und die Auswahl der richtigen PKV

Als Freiberufler hat man bei der privaten Krankenversicherung – auch PKV genannt – die freie Wahl. Ein Vergleich der Versicherer über ein unabhängiges Verbrauchsportal lohnt sich in jedem Fall. Den Umfang seines privaten Krankenversicherungsschutzes kann man frei wählen und selber bestimmen, dabei stehen dem Kunden unheimlich viele Optionen offen und man kann eine individuelle Vergleichsanalyse starten.

Die geforderte Versicherungsprämie berechnet sich aus mehreren Faktoren, wie zum Beispiel dem Alter und dem Geschlecht, Vorerkrankungen und natürlich dem gewünschten Leistungsumfang. Die Prämie lässt sich durch einen Selbstbeteiligungsanteil an den Behandlungskosten oder den Verzicht einer Chefarztbehandlung beispielsweise auch senken. Eine weitere Option ist beispielsweise das Krankentagegeld zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Auch hier kann man mitbestimmen ob, ab wann und ich welcher Höhe man dieses im Fall der Fälle ausbezahlt haben möchte. Der Freiberufler kann seine PKV voll und ganz nach seinen persönlichen Bedürfnissen ausrichten und somit seine gesundheitliche Vorsorge bestens optimieren.

Faire Berechnung der Versicherungsprämie

Die Höhe der zu zahlenden Prämie wird vom Kunden aufgrund des von ihm ausgewählten Leistungsumfangs berechnet.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung ist der Leistungsumfang exorbitant und die Beiträge richten sich nicht nach der Höhe des Einkommens. Durch diese einkommensunabhängigen Prämien ist die PKV auch für die sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer interessant, die oberhalb der festgelegten Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen.

Nötige Versicherungen für Selbstständige

Der Selbstständige  sollte Versicherungen in wichtige und weniger wichtige Versicherungen einteilen.
Denn wer möchte, kann sich natürlich rundum absichern, sehr zur Freude der Versicherungsanbieter sicherlich.

Doch ob sich der Selbstständige das am Ende leisten kann, steht noch zur Frage.
Daher sollten zuerst die wichtigen Versicherungen abgeschlossen werden. Sie können durch weitere Versicherungen ergänzt werden, wenn sich zeigt, dass dies finanziell machbar ist.

Die wichtigsten Versicherungen für den Freiberufler sind:

private Krankenversicherung oder gesetzliche
gesetzliche Pflegeversicherung
– Rentenversicherung
private Unfallversicherung oder gesetzlich
Berufsunfähigkeitsversicherung
Berufshaftpflichtversicherung
Berufsrechtsschutzversicherung


Weniger wichtig sind die:
– Arbeitslosenversicherung
– Krankentagegeldversicherung
Gewerbeversicherung
– Geschäftsinhaltsversicherung
Lebensversicherung

Ob zum Beispiel die Geschäftsinhaltsversicherung wichtig für den Selbstständigen ist oder nicht, hängt natürlich von der Ausstattung ab.
Denn ein freiberuflicher Texter, der nur am Laptop am heimischen Schreibtisch arbeitet, benötigt sicherlich kaum eine solche Versicherung.
Aber der Fotograf, der in seinem Atelier Geräte mit sehr hohem Wert besitzt, sollte über die Versicherung nachdenken.
Wichtig zu wissen ist dabei, dass nur immer die Geräte selbst versichert sind, die Wiederbeschaffung, beispielsweise von Daten, ist nicht abgesichert.

Die Arbeitslosenversicherung kann seit einiger Zeit auch von Selbstständigen abgeschlossen werden und zwar auf freiwilliger Basis.
Das ist durchaus sinnvoll, denn wer kann schon garantieren, dass das eigene Unternehmen Erfolg haben wird? Mit der Arbeitslosenversicherung sind die Zeiten abgedeckt, in denen eben kein Einkommen mehr vorhanden ist.

Die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungen können natürlich sowohl privat abgeschlossen werden, als auch über eine gesetzliche Kasse. Eine Überlegung wert ist allemal die Versicherung über die Künstlersozialkasse, denn sie übernimmt die Hälfte der Beiträge zu den einzelnen Versicherungen, ähnlich einem Arbeitgeber.

Wer sich freiwillig gesetzlich versichern möchte, muss die vollen Beiträge selbst zahlen. Diese werden vom Einkommen gerechnet und zwar vom Einkommen abzüglich der Ausgaben, also vom reinen Gewinn.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist die wohl wichtigste Versicherung neben den sozialen Versicherungen. Mit ihr kann eine eventuell Berufsunfähigkeit abgesichert werden, die aufgrund von Krankheit oder Unfall eingetreten ist. Sie wird privat abgeschlossen und deckt die Versorgungslücke, die bei einer alleinigen gesetzlichen Versicherung im Ernstfall entstehen würde.

Wechsel in die private Krankenversicherung

Wichtig zu bedenken ist, dass der Wechsel in die private Krankenversicherung für den Selbstständigen in der Regel eine endgültige Entscheidung ist.

Die Möglichkeiten der Rückkehr sind beschränkt und wenn der Versicherte das 55. Lebensjahr überschritten hat, ist sie gänzlich versperrt.

Der Wechsel lohnt sich in Bezug auf die Leistungen für jeden, der von besseren medizinischen Leistungen profitieren möchte. Das ist aber abhängig von dem gewählten Tarif.
Zu bedenken ist aber, dass es keine Familienversicherung gibt und dass ein Kind selbst versichert werden muss, wenn das besser verdienende Elternteil in der privaten Krankenversicherung ist. (mehr …)

Lebensversicherung auflösen?

Statistisch gesehen wird in Deutschland fast jeder zweite Vertrag zur Lebensversicherung vorzeitig gekündigt.

Für den Kunden ist das ein Verlustgeschäft, denn er bekommt nicht die Rendite, die bei normaler Laufzeit möglich gewesen wäre.
Diese wird nämlich erst gegen Ende der Versicherungslaufzeit fällig, zu Beginn des Vertrags verrechnen viele Anbieter zuerst einmal ihre eigenen Kosten. Erst danach wird ein Gewinn erwirtschaftet.

Der Lebensversicherungsvertrag sollte daher nicht vorzeitig aufgelöst werden, sondern es sollte im Einzelfall entschieden werden, ob es lohnend ist, sich die angesparte Summe auszahlen zu lassen.
Es gibt aber auch Alternativen zur kompletten Auflösung des Vertrags. So können Kunden die Zahlung der Beiträge aussetzen oder niedrigere Prämien zahlen.
(mehr …)

Zusatzkrankenversicherung bei der AOK

Als Selbstständiger sind Sie sicherlich nicht einfach nur kranken- und pflegeversichert, sondern Sie haben auch eine oder mehrere Zusatzversicherungen abgeschlossen.

Das kann zum Beispiel die Behandlung im Krankenhaus betreffen, den Zahnersatz oder auch die Reisekrankenversicherung für das Ausland. Diese wurden bislang bei einem privaten Anbieter abgeschlossen, entweder völlig getrennt von der eigenen gesetzlichen Krankenversicherung oder von dieser vermittelt, sofern sie mit einem Privatversicherer eine Kooperation hat.

Die AOK will jetzt aber einen neuen Weg gehen, für den die AOK Rheinland/Hamburg das Vorbild ist. Diese hat die Zusammenarbeit mit den privaten Anbietern vor einiger Zeit gekündigt und bietet Zusatzversicherungen selbst an.


Für die Versicherten hat das natürlich den Vorteil, dass sie nun alle Leistungen aus einer Hand erhalten können. Bislang liegt der Schwerpunkt auf der Reisekrankenversicherung. Doch es sollen auch andere Komponenten mit in das Angebot aufgenommen werden.

Hinzu kommt, dass die Angebote aus einer Hand meist noch günstiger sind, als wenn verschiedene Anbieter hinzugezogen werden.

Die Möglichkeit zum Anbieten der Zusatzkrankenversicherungen haben die AOKs durch die Reformen von Union und FDP erhalten, die dieses Geschäftsmodell jetzt nicht mehr verbieten wollen.
Die AOK geht selbstbewusst an die Sache heran und meint, dass sie die Zusatzversicherung selbst besser anbieten könne, mit einem besseren Service zu einem günstigeren Preis.

Die Entscheidung, diesen Weg zu gehen, könnte sich auch auf die Debatte rund um die Pflegeversicherung auswirken, die im nächsten Jahr entschieden werden soll.

Auch hier werden die privaten Krankenversicherungen sicherlich wieder etwas weniger glücklich sein, wenn sie den Kürzeren ziehen und nicht das alleinige Recht auf das Angebot von Zusatzversicherungen haben.