Lebensversicherung auflösen?

Statistisch gesehen wird in Deutschland fast jeder zweite Vertrag zur Lebensversicherung vorzeitig gekündigt.

Für den Kunden ist das ein Verlustgeschäft, denn er bekommt nicht die Rendite, die bei normaler Laufzeit möglich gewesen wäre.
Diese wird nämlich erst gegen Ende der Versicherungslaufzeit fällig, zu Beginn des Vertrags verrechnen viele Anbieter zuerst einmal ihre eigenen Kosten. Erst danach wird ein Gewinn erwirtschaftet.

Der Lebensversicherungsvertrag sollte daher nicht vorzeitig aufgelöst werden, sondern es sollte im Einzelfall entschieden werden, ob es lohnend ist, sich die angesparte Summe auszahlen zu lassen.
Es gibt aber auch Alternativen zur kompletten Auflösung des Vertrags. So können Kunden die Zahlung der Beiträge aussetzen oder niedrigere Prämien zahlen.

Bei einem Herabsetzen der Versicherungsbeiträge, was zum Beispiel auf 20 Prozent, bleibt die Todesfallsumme erhalten, die Police gilt nicht als gekündigt. Allerdings wächst auch der Sparanteil nicht mehr.

Dies ist vor allem dann zu empfehlen, wenn die Police einen hohen Garantiezins aufweist. Der Effekt ist, dass die spätere Auszahlsumme geringer wird.

Einen ähnlichen Effekt hat es, wenn die Verlängerung der Laufzeit vereinbart wird oder wenn die Versicherungssumme verringert wird. Der Versicherungsschutz im Todesfall bleibt auf jeden Fall erhalten.

Eine andere Möglichkeit ist die Beitragsfreistellung. Das Kapital, was bis dahin eingezahlt wurde, wird dann weiterhin verzinst, der Versicherungsschutz fällt aber in den meisten Fällen weg.

Wenn ein Selbstständiger eine Lebensversicherung in Kombination mit der Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, wird es besonders kompliziert, denn dann kann die Lebensversicherung nicht gekündigt werden, ohne dass der so wichtige Schutz vor Berufsunfähigkeit mit wegfällt.

Hier sollte versucht werden, die Beiträge für die Lebensversicherung zu kürzen, ohne dass dies Einfluss auf die Berufsunfähigkeitsversicherung hat.