Wechsel in die private Krankenversicherung

Wichtig zu bedenken ist, dass der Wechsel in die private Krankenversicherung für den Selbstständigen in der Regel eine endgültige Entscheidung ist.

Die Möglichkeiten der Rückkehr sind beschränkt und wenn der Versicherte das 55. Lebensjahr überschritten hat, ist sie gänzlich versperrt.

Der Wechsel lohnt sich in Bezug auf die Leistungen für jeden, der von besseren medizinischen Leistungen profitieren möchte. Das ist aber abhängig von dem gewählten Tarif.
Zu bedenken ist aber, dass es keine Familienversicherung gibt und dass ein Kind selbst versichert werden muss, wenn das besser verdienende Elternteil in der privaten Krankenversicherung ist.

Wer bereits in der privaten Krankenkasse versichert ist und über einen Wechsel des Anbieters nachdenkt, sollte ebenfalls Vorsicht walten lassen.

Denn meist ist solch ein Wechsel mit Risiken verbunden, wie dem zumindest teilweisen Verlust der Altersrückstellungen. Der Wechsel zu einem anderen Anbieter ist ohnehin nur dann zu empfehlen, wenn sich das Mitglied bester Gesundheit erfreut. Ansonsten kann die erneute Gesundheitsprüfung Probleme mit sich bringen – in Form höherer Beiträge oder durch den Ausschluss von Leistungen.

Beim Abschluss des Vertrags für die private Krankenversicherung des Freiberuflers kann ein Selbstbehalt vereinbart werden. Mit diesem ist es möglich, dass die Beiträge relativ gering bleiben. Für Arztbesuche müssen dann festgelegte Summen selbst übernommen werden, ehe die Versicherung für die restlichen Kosten aufkommt.

Auch in der privaten Krankenversicherung kommen Erhöhungen der Beiträge im Jahr 2011 auf die Mitglieder zu.
Allerdings können die Versicherungen nicht wie die gesetzlichen Kassen den Leistungskatalog einfach kürzen. Die Leistungen, die im Vertrag vereinbart wurden, müssen gegenüber dem Versicherten auch erfüllt werden.

Der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung lohnt sich also in erster Linie für diejenigen Freiberufler, die gesund, jung und männlich sind. Wer Kinder hat, sollte schon über den Wechsel etwas eingehender nachdenken, auch derjenige, dessen Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist.

Vor Beitragserhöhungen ist aber niemand gefeit, auch derjenige nicht, der einen Selbstbehalt vereinbart. Ein solcher kann zwar den Beitrag erst einmal senken, doch wenn zum Beispiel neue Sterbetafeln erarbeitet werden, aus denen das zu erwartende Alter der Menschen hervorgeht und diese zeigen, dass die Menschen immer älter werden, steigen auch die Beiträge. Die Altersrückstellungen werden nämlich immer nur nach den aktuellen Tafeln berechnet und nicht in Voraussicht auf eventuelle Änderungen.