Versicherungsschutz für nebenberuflich Selbstständige

Viele Arbeitnehmer in Deutschland sind mit ihrem Gehalt nicht zufrieden und versuchen es, mithilfe von einer nebenberuflichen selbstständigen Arbeit aufzustocken. Dabei darf nicht vergessen werden, dass dieses Geld nicht nur versteuert werden muss, sondern auch versicherungspflichtig ist. Stellt sich die Frage, welche Gesetze sollte man kennen, wenn es um die Versicherung bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit geht?

Bin ich nicht bereits familienversichert?

Die Familienversicherung ist ein wichtiger Bestandteil der gesetzlichen Krankenversicherung und sorgt dafür, dass Familien entlastet werden. Von diesem Bonus kann allerdings nur dann profitiert werden, wenn die monatlichen Einnahmen aus der nebenberuflichen Selbstständigkeit 425 Euro im Monat nicht übersteigen. Da dies in den meisten Fällen so nicht gegeben ist, unterliegen die Nebeneinnahmen der Versicherungspflicht. Wichtig dabei: Selbst wenn die Einnahmen 991, 67 Euro nicht übersteigen, wird dieser Betrag als Grundlage für die Höhe der Versicherung genommen. Bekannt ist diese Zahl als sogenannte Beitragsbemessungsgrundlage.

Auf welche Einnahmen bezieht sich der Versicherungsbeitrag?

Im Falle der gesetzlichen Krankenversicherung sind zunächst einmal alle Einnahmen von Bedeutung, die ein Versicherter hat. Neben dem normalen Gehalt sind das die Erlöse aus der nebenberuflichen selbstständigen Arbeit sowie Kapital- und Mieterträge. Letzteres ist vielen nicht bewusst, da sie glauben, durch die Abgeltungssteuer sei die Arbeit bei Aktien- und Zinsgewinnen bereits getan. Tatsächlich werden alle Angaben auf der Steuererklärung zusammengenommen, um schließlich die Höhe der Versicherungsbeiträge zu berechnen. Derzeit wird für die Krankenversicherung ein Prozentsatz von 15,3 Prozent veranschlagt. Dazu kommen noch 2,55 Prozent für die Pflegesteuer, die ebenfalls eine gesetzliche Pflicht ist.

Ist meine selbstständige Arbeit neben- oder doch bereits hauptberuflich?

Immer wieder kommt die Frage auf, wie der Gesetzgeber zwischen einer hauptberuflichen und einer nebenberuflichen selbstständigen Arbeit unterscheidet. Immerhin kann die Höhe dieser Einnahmen teils beträchtlich variieren. Es wurde daher ein Gesetz verabschiedet, dass die nebenberufliche selbstständige Arbeit mit einer Arbeitszeit von weniger als 20 Stunden pro Woche definiert.

Welche Versicherungen brauche ich neben den gesetzlichen?

Je nach Art der nebenberuflichen selbstständigen Arbeit kann es auch nötig sein, weitere Versicherungen abzuschließen. Beispielsweise im Falle von schwerwiegenden Arbeitsunfällen oder wenn es sich um eine anderweitig gefährliche Arbeit handelt. Es kann dabei kein allgemeiner Tipp gegeben werden, welche Versicherungen Sinn machen. Ein gewisser Schutz vor Natureinflüssen kann bei bestimmten Tätigkeiten jedoch in jedem Fall eine gute Entscheidung sein.

Höhe der nebenberuflichen selbstständigen Einkünfte

Oft ist noch nicht klar, wie viel Geld die nebenberufliche selbstständige Arbeit am Ende tatsächlich abwirft. Es genügt dann, der Krankenkasse eine Schätzung zukommen zu lassen. Diese wird als Grundlage für die Höhe der Beiträge genommen. Ist die tatsächliche Höhe der Beiträge dann höher oder tiefer, muss entweder eine Nachzahlung vorgenommen werden oder die Krankenkasse bucht das Geld zurück auf das Konto.

Benötigt die Krankenkasse eine Kopie der Gewerbeanmeldung?

Ja, eine solche sollte der Krankenkasse so früh wie möglich zugeschickt werden, da die Abstimmung zwischen Finanzämtern und Krankenkassen heute enger ist als je zuvor in der Geschichte. Sobald dann der erste Steuerbescheid erhalten wird, benötigt das Finanzamt auch diesen. Damit wird dann die Höhe der Beiträge berechnet, die je nach Höhe der Beiträge unterschiedlich ausfällt.

Muss ich bei sehr hohen nebenberuflichen Einnahmen dann Tausende von Euro Beiträge bezahlen?

Nein, denn auch nach oben hin ist die Höhe der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge mit einer Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt. Das bedeutet, auf alle Einnahmen oberhalb einer Grenze von rund 4400 Euro ( die genaue Summe variiert von Jahr zu Jahr) müssen keine Krankenversicherungs-Beiträge mehr gezahlt werden. Hier greift dann nur noch die klassische Versteuerung. Es kann jedoch Sinn ergeben, sich über eine private Versicherung zusätzlich abzusichern. Sowohl im Bereich der Gesundheit als auch im Bereich der Altersvorsorge. Der Gesetzgeber legt dabei keine Steine in den Weg und erlaubt den Abschluss mehrerer Versicherungen auf einmal.

Was tun bei geringen Einnahmen?

Es gibt zwei Grenzen, die beachtet werden müssen, wenn man sich Gedanken über eine nebenberufliche selbstständige Arbeit macht. Die 425 Euro, unterhalb derer keine Versicherungspflicht besteht und die fast 1000 Euro, die als Grundlage für die Beiträge genommen werden, wenn die Höhe diese Zahl nicht übersteigt. Wer dann mit seiner Arbeit nur 500 oder 600 im Monat verdient, hat am Ende weniger als die 425 Euro. Man sollte also nach Wegen suchen, wie man entweder über 1000 Euro erlöst oder die Einnahmen auf 425 Euro im Monat deckeln. Nur dann lohnt sich diese Arbeit aus finanzieller Sicht.

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