Erwerbsminderungsrente statt Berufsunfähigkeitsversicherung

Selbstständige erhalten keinen Zuschuss von Seiten des Arbeitgebers, wie das bei einem Angestellten der Fall ist.
Das hat zur Folge, dass der für sie fällige Beitrag zur Rentenversicherung doppelt so hoch ist, wie für einen Angestellten.

Das überfordert viele Gewerbetreibende und Handwerker finanziell allerdings.

Doch hierfür gibt es eine Lösung:
Stellen Sie einen Antrag bei der für Sie zuständigen Rentenkasse auf Zahlung eines niedrigeren Regelbeitrags.

Dieser liegt derzeit bei 494,52 Euro in den alten und 417,90 Euro in den neuen Bundesländern.

Sie können als Selbstständiger damit Rentenansprüche erwerben, die sich ungefähr in der Höhe der Ansprüche bewegen, die auch ein durchschnittlicher Verdiener im Angestelltenverhältnis zugesprochen bekommt.

Vor allem für Handwerker ist das sinnvoll, denn sie müssen 18 Jahre lang – hier wird die Ausbildung aber dazugerechnet – in der Rentenversicherung pflichtversichert bleiben.
Die innerhalb dieser Zeit erworbenen Ansprüche können so gewahrt bleiben.

Für viele Selbstständige, vor allem Handwerker, ist es schwierig, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden, denn die Versicherer sehen das Risiko als besonders hoch an, dass dieser Gruppe der Berufstätigen tatsächlich berufsunfähig wird.

Und keine Versicherung holt sich solche „Risikoklienten“ gern ins Boot, wenn sie damit rechnen muss, mit ziemlicher Sicherheit in Anspruch genommen zu werden.

Für die Selbstständigen gilt daher, dass sie auf keinen Fall leichtfertig ihre Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung aufs Spiel setzen sollten.

Wichtig zu wissen ist, dass Sie in den ersten drei Jahren nach der Gründung der Existenz ohnehin nur den halben Regelbetrag aufbringen müssen, derzeit also 247,26 Euro in den alten Bundesländern, 208,95 in den neuen.

Das hat aber zur Folge, dass die dabei erworbenen Ansprüche geringer ausfallen. Hier können Sie quasi einen umgekehrten Antrag stellen und damit kund tun, dass Sie den vollen Regelbetrag aufbringen möchten. Möglich ist auch die Einstufung in einen Beitragstarif, der sich nach der tatsächlichen Einkommenshöhe richtet